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Was lösen diese deine Bewer- Kontraargumente: Als Hauptgründe für das schnel-
tungen bei mir aus? - Gereiztheit, mangelnde Gelassen- le Ja-Sagen erkenne ich, dass ich
vor allem die mit Werten 8 und heit in Beziehungen 4 die Wünsche von mir wichtigen
mehr bzw. 2 und weniger - viel Stress (negative Auswirkung Menschen erfüllen will, gute Ar-
auf meine Gesundheit) 7 beit leisten, d. h. den Anforderun-
Hohe Bewertung für die Gewohn- - mangelnde Freude und Lebens- gen gerecht werden will und die
heit, die Argumente dagegen sind qualität 3 Tendenz habe, negative Gefühle zu
"nicht so wichtig/bewußt". Um - Zeitmangel (von einem Termin vermeiden. Das ist die Hauptmoti-
Verhaltenzu ändern muss sich in zum nächsten hetzen) 8 vation, die dahinter steht. Auch der
meiner Sichtweise auf das "Prob- - Freizeit nicht richtig genießen Wunsch beliebt zu sein, gebraucht
lem" etwas ändern können 2 zu werden, wichtig zu sein, spielt
- falsche Erwartungen im anderen eine Rolle.
wecken 5 Das hat jedoch zur Folge, dass ich
- zu wenig Ruhezeiten (Zeit für Re- zu wenig auf mich selbst achte, mir
flexion und Überdenken der nächs- zu viel auflade, zu wenig Ruhezeiten
ten Schritte) 7 gönne, was dann zu erhöhtem Stress
- unrealistische Selbsteinschätzung / führt, was wiederum negative Aus-
Überforderung 6 wirkungen auf meine Gesundheit,
- Zuverlässigkeit und Qualität der meine Beziehungen und die Ar-
Arbeit leidet 5 beitsqualität hat. Ich wecke falsche
- zu wenig Achtsamkeit auf mich Erwartungen im anderen (die Han-
selbst / zu wenig Selbstliebe 7 na schafft das schon ...) und muss
unter Umständen enttäuschen, weil
Proargumente ich meine Zusage / Arbeit nicht
- Anerkennung und Lob 3 fristgerecht schaffe oder die Qualität
Was spricht noch gegen diese - Gefühl, gebraucht zu werden, massiv leidet. Mein Versuch, nega-
meine Gewohnheit? Neue Ar- wichtig zu sein 5 tive Gefühle zu vermeiden, gelingt
gumente: - eine gewisse Lebenskunst, viele nicht, weil sie auf einem anderen
- falsche Erwartungen im anderen Dinge nebeneinander zu organisie- Weg wieder bei mir landen.
wecken - zu wenig Ruhezeiten (Zeit ren und zu bewältigen 3 Noch eine Erkenntnis: Weder mei-
für Reflexion und Überdenken der - sich in ganz unterschiedlichen ne Familie, meine Freunde, noch
nächsten Schritte) - unrealistische Kreisen zu bewegen und neue Ak- meine Arbeitskollegen würden wol-
Selbsteinschätzung / Überforderung tivitäten kennen zu lernen 4 len, dass ich mir zu viel auflade und
- Zuverlässigkeit und Qualität der - Grenzerfahrungen (was schaffe womöglich dadurch krank würde.
Arbeit leidet - zu wenig Achtsamkeit ich, was geht noch ...) 2 Sie kämen mit einem "Nein" zu-
auf mich selbst / zu wenig Selbstliebe - Beliebt sein bei Freunden, Kolle- recht und würden dann halt nach
gen 7 anderen Lösungen suchen. Fazit
Was spricht noch für diese - Wünsche /Erwartungen von für heute: Ich will den 2. Teil des
meine Gewohnheit? Neue Ar- Menschen erfüllen, die mir wich- Gebots: "Liebe deinen Nächsten
gumente: tig sind 9 wie dich selbst" genauso wichtig
- Beliebt sein bei Freunden, Kolle- - negative Gefühle (z. B. Ärger) oder nehmen wie den 1. Teil und ver-
gen - Wünsche / Erwartungen von Beziehungsstress vermeiden 8 antwortlich mit mir, meinen Bega-
Menschen erfüllen, die mir wichtig - den Anforderungen gerecht wer- bungen, meiner Kraft und meiner
sind - negative Gefühle (z. B. Ärger) den / gute Arbeit leisten 9 Gesundheit umgehen. Mir fällt der
oder Beziehungsstress vermeiden - Satz von Bernhard von Clairvaux
den Anforderungen gerecht werden Was lösen diese meine Bewer- ein: "Wie lange noch schenkst du
/ gute Arbeit leisten tungen bei mir aus vor allem allen andern deine Aufmerksam-
vor allem die mit Werten 8 und keit, nur nicht dir selber? Ja, wer mit
Wie sehr treffen diese alten mehr bzw. 2 und weniger? sich selbst schlecht umgeht, wem
und neuen Argumente für Mir fällt auf, dass noch einige kann der gut sein? Denk also daran:
mich zu? wichtige Punkte dazukamen, die Gönne dich dir selbst."
überhaupt nicht 0 1 2 3 4 5 6 7 mir bei der ersten Überlegung gar Mal schauen, was ich daraus ma-
8 9 10 sehr nicht ein- bzw. aufgefallen sind. chen kann ...
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